Gesundheit benötigt heute Selbstverantwortung und sinnvolle Entwicklungsschritte

Heute wird Gesundheit meist nur vom körperlichen Wohlergehen aus beurteilt, Massnahmen werden hauptsächlich auf der Körperebene getätigt. Dies ist natürlich sehr wichtig, die Bemühungen dürfen aber nicht hier stehenbleiben, denn Gesundheit ist ein Ergebnis, das dann eintreten kann, wenn auch das Bewusstsein sich mit den Anforderungen des Lebens weiter entwickelt.

In meiner beratenden Tätigkeit geht es mir darum, Ihre physische und psychische Gesundheit zu stärken und sie in Ihre eigenen Hände zu legen. Neben Anregungen zu einer heilsamen Ernährungsweise steht der individuelle Fortschritt in meiner Arbeit im Mittelpunkt. Hierunter verstehe ich eine gesteigerte Beziehungs- und Vorstellungstätigkeit, die zu einem tieferen Gefühl des Verbundenseins mit dem Leben, den Mitmenschen, den Phänomenen des Lebens führt.

Unser Bewusstsein ist durch die vielen subjektiven Erfahrungen und Prägungen aus der Vergangenheit geformt. Solange wir uns immer wieder in dem bereits bestehenden Denken und den gewohnten Gefühlen aufhalten, ist kein wirklicher Entwicklungsschritt möglich. Dieser kann erst eintreten,  wenn wir frei von diesem angelegten Potenzial denken lernen und die eigene schöpferische Denkkraft entdecken. Es möchte mit diesem Denken ein Lernfortschritt errungen werden, etwas Neues integriert werden, das bisher noch nicht verstanden oder noch gar nicht bekannt war.

Nehmen wir ein Beispiel: Die Tradition des Weihnachtsfestes ist in unserer Kultur allen bekannt. Jedes Jahr feiern wir Weihnachten. Viele Menschen sagen, dass sie gar keine wirkliche Weihnachtsstimmung mehr erleben bei sich. Das bekommt man auch nicht, wenn man einmal schaut, was einem von aussen alles vorgehalten wird. Geschäftemacherei und ein provozierter Einkaufsrausch, Einladungen, üppiges Essen, süsse Leckereien, zuviel Alkohol….usw.  Wir sehen schon, dass es sich hier um ein rein materielles Geschehen handelt. Was aber ist die Bedeutung von Weihnachten, der innere Sinn dieses Festes? Erst wenn wir uns aktiv mit dieser Frage auseinandersetzen, nach dem wirklichen Sinn forschen, auch eigenes bisheriges Wissen dabei zunächst zurückhalten, erhalten wir ein tiefes Gefühl für dieses Ereignis. Wir müssen uns, wenn wir dieser Frage nachgehen wollen, mit dem Christus Jesus beschäftigen, seinem Leben, seinen Worten und vor allen Dingen mit seinem Wesen. Wer war er, was war so anders an ihm, was ist die Bedeutung seines Lebens? Das ist vielleicht sehr ungewohnt, aber unerlässlich, denn:

Nicht mehr durch Eindrücke und Rituale von aussen wird unsere Seele bereichert, sondern durch aktive, eigene Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Lebens in geordneter Weise.

Der Einzelne muss sozusagen aus Kollektivenergien heraustreten und durch eigene Bemühungen zu Erkenntnissen finden.

Bindungen verhindern die Entwicklung

Dieses geordnete, ruhige und klare Denken mit bewusst gehaltener Aufmerksamkeit, das in der Folge zu feineren Gefühlen führt, ist der erste Lernschritt, den wir gemeinsam leisten. Und dieses tiefere Fühlen ist es, das unsere seelische Mitte wachsen lässt. Die Ordnung die dadurch entsteht, spendet Lebenskräfte und führt zur Erkraftung der Psyche und des Körpers. Wir müssen uns also nicht ausschliesslich, nicht mehr als nötig mit der Krankheit beschäftigen, sondern vielmehr immer und immer wieder diese Ordnung in unserem Bewusstsein herstellen.

Es sind die Bindungen, die vielen ungesehenen Abhängigkeiten, die uns an die Vergangenheit fesseln und Entwicklungsprozesse verhindern. Es ist nicht notwendig, dass wir uns erst mühsam und langwierig mit der Auflösung unserer Bindungen beschäftigen. Das Wissen um die Ordnung unseres Bewusstseins und die praktische Umsetzung im Alltag führt uns unmittelbar zu einem Fortschritt und altes, unbrauchbar Gewordenes kann zurückweichen. Dies ist meist direkt erfahrbar.

Fällt unser Blick auf eine äußere Erscheinung, so beginnt unbemerkt ein projektives, zugreifendes Spiel unserer im Innern abgespeicherten Anlagen. Verschiedenste Emotionen, ein begehrliches Haben-Wollen, Nutzabsichten, intellektuelle Bewertungen oder Bilder aus der Vergangenheit ergießen sich auf das äußere Objekt, das Phänomen oder den anderen Menschen. Die Außenwelt kann uns nicht mehr entgegengehen und uns mit realen Eindrücken in der Seele bereichern und stärken.

Ein wirkliches Wahrnehmen und tiefere Wahrheitsgefühle entstehen, wenn der Prozess über die Sinne mit konkreten Gedanken (z.B. Wie ist die Form der Blätter, Blüten etc.) begleitet und die Aufmerksamkeit länger auf das gewählte Objekt gerichtet wird.

Es bleibt frei und kann uns entgegengehen.

Diese freie Objektbeziehung wirkt aufbauend, entspannend und beruhigend. Hierzu gibt es abwechlungsreichen Übungen, die den nervlichen Verausgabungen unserer Zeit entgegen wirken und zu einer Ruhe und Freiheit im Denken führen.

Im körperlichen Beschwerdebild zeigt sich der innere Wunsch nach Entwicklung

Bei Frau M. steht bereits zum zweitenmal eine Operation zur Entfernung einer Vene bevor. Wie schon vor ein paar Jahren ist nun auch bei dieser Vene das Gewebe erschlafft und das Blut, das eigentlich dynamisch  zum Herzen zurückfliessen soll, staut sich zurück. Sie ist in Sorge wie das weitergehen soll und möchte aktiv etwas für ihre Gesundheit tun. Zudem leidet sie seit ihrer Jugendzeit unter Asthma.

Zunächst bringt man die Venenschwäche nicht mit dem Asthma in einen Zusammenhang. Es ist aber hilfreich, sich ganz einfache Vorstellungen zum Blutkreislauf zu bilden. Mit der Einatmung gelangt Sauerstoff in das Blut und wird mit dem arteriellen Blut in die Organe und Zellen transportiert. In den Kapillaren findet der Gasaustausch statt und das mit Kohlensäure beladene Blut strömt über die Venen zurück zum Herzen, erreicht den Lungenkreislauf und die Kohlensäure wird schliesslich mit der Ausatmung abgegeben.

Dieses einfache anatomische Bild erhält nun eine Erweiterung durch die Forschungs-ergebnisse des Autors und anthroposophischen Heilpraktikers Heinz Grill, der mit einer eigenständig errungenen geistigen Schau die metaphysischen Zusammenhänge, die den sichtbaren Phänomenen zugrunde liegen, erschlüsselt und dargestellt hat.  Sehr kurz zusammengefasst, entspricht die Einatmung dem vitalen Leben, dem freudigen Tatendrang des Menschen. Dies strömt im sauerstoffreichen arteriellen Blut. Den Gegenspieler bildet das Zurückweichen des Körpers, der Tod, die Ausatmung der Kohlensäure, die mit dem venösen System transportiert wird. Beide Seiten müssten in einem gesunden Blutkreislauf im Gleichgewicht sein. Beim Asthmatiker ist nun die Ausatmung erschwert, es überwiegt der Lebenshunger.

Aus dem Studium dieser erweiterten heilkundlichen Darstellung des Zirkulationssystems ergibt sich für Frau M. der Entwicklungsschritt. Der Körper mit seinem aufgespeicherten Potenzial soll mehr zurückweichen, indem eigene Ziele in das Leben gebracht werden, wodurch es ihr möglich wird, mehr zum Beobachter sich selbst und der Aussenwelt gegenüber zu werden. Das Bewusstsein wird dann mehr zum empfangenden Instrument, das ein feines unaufdringliches Licht über den Körper ausstrahlt.

Würden wir nur den Körper behandeln, bliebe das Seelenleben unberücksichtigt. Dieses unterliegt mit dem Wunsch nach Entwicklung anderen Gesetzmässigkeiten als das körperliche Dasein. Es möchte sich mit eigenaktiv errungenen mentalen Fähigkeiten über die bisherigen Prägungen erheben und ausweiten.

Jedes körperliche Beschwerdebild kann auf diese Weise genauer betrachtet und ihm mit einem individuellen Ansatz begegnet werden.

Ein Weg der Selbsterkenntnis und Selbstheilung durch das Studium des Neuen Yogawillen und der Anthroposophie, sowie der Anatomie und Physiologie des Körpers.

Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen

ISBN 978-3-9815855-6-8

Eigene Zielsetzungen sind wichtig

Was sind wirklich eigene Ziele und was sind Ziele, die uns von aussen auferlegt sind?

Ziele, die einem universal gültigen Wert entsprechen, führen über das bereits vorhandene Potential hinaus. Ein solches Ziel kann beispielsweise sein, eine bestimmte Eigenschaft entfalten zu wollen, die man bisher noch nicht entwickelt hat. Über das Studium entsprechender Texte 1 lernen wir, konkrete Vorstellungen dazu aufzubauen. Da wir nun die Qualitäten unseres Ziels kennen, können wir mit selbst geschaffenen Inhalten unseren Alltag gestalten. Im Äusseren bleibt alles gleich, nur innerlich sind wir von neuen tragenden Gedanken erfüllt.2

Mit diesen gedanklichen Inhalten gehen wir jeden Tag aufs Neue auf die Aussenwelt zu. Dies gibt dem Leben wertvolle Perspektiven und eine neue Ausrichtung.

Die persönliche Ausstrahlung verändert sich und die Mitmenschen begegnen uns offener, interessierter. Wir bemerken, dass wir uns mit der Aussenwelt auf neue Weise verbunden fühlen und gleichzeitig eine innere Stärke erwacht, die uns auch körperlich eine schöne, dynamische Aufrichtung schenkt. Wir werden unabhängiger von äusseren Einflüssen, ohne uns dagegen zu verschliessen.

Jeder einzelne Mensch hat die Möglichkeit, Entwicklungsschritte zu tätigen und damit auch seine Gesundheit zu stärken. Da jeder Mensch auch eine Ausstrahlung nach aussen freisetzt, bleibt die Wirkung eines individuellen Fortschritts nicht nur bei ihm selbst, sondern trägt sich förderlich, ausgleichend und sogar Frieden spendend in das Umfeld hinein weiter.

1 Eine Schrift, die beispielsweise die Qualitäten der verschiedenen Seelenregionen bis in die nachtodliche Bedeutung darstellt ist „Die Seelendimension des Yoga“ von Heinz Grill

2 siehe hierzu auch das Video: Wie finde ich einen Inhalt? https://www.youtube.com/watch?v=DjSPQ8L6pMA

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