Die Pfingstrose
Mit dem Pfingstfest kündet die Pfingstrose – Paeonia officinalis – den beginnenden Sommer an. Ihre aromatisch duftende, reich gefüllte Blüte ist nur von kurzer Dauer und verwelkt bei Regenwetter besonders schnell.
Im Garten liebt die Pfingstrose lichte Plätze, im Schatten bildet sie nur das üppige Kraut aus. Das mehrfach gefiederte, ledrig feste, länglich schmal geformte Blattwerk verleiht der Staude mit den schweren Blüten doch wieder ein leichteres Erscheinungsbild.
Ein einfühlsames Gedicht zur Pfingstrose habe ich bei dem österreichischen Schriftsteller Ferdinand von Saar (1833 – 1906) gefunden:
Verhaucht sein stärkstes Düften
Hat rings der bunte Flor,
Und leiser in den Lüften
Erschallt der Vögel Chor.
Des Frühlings reichstes Prangen
Fast ist es schon verblüht –
Die zeitig aufgegangen,
Die Rosen sind verblüht.
Doch leuchtend will entfalten
Päonie ihre Pracht,
Von hehren Pfingstgewalten
Im tiefsten angefacht.
Gleich einer späten Liebe,
Die lang in sich geruht,
Bricht sie mit mächtgem Triebe
Jetzt aus in Purpurglut.
